Antigua – 365 feinsandige Strände

Willkommen in „The heart of the Caribbean“, im Herzen der Karibik. Auf dem Weg zu St. John’s Hafen präsentiert sich Antigua den Passagieren eines Kreuzfahrtschiffs mit gefälligen Hügelketten und grüner Landschaft. Auf beeindruckende Forts, Objekte des UNESCO-Welterbes oder aktive Vulkane, muss der Besucher der Insel allerdings verzichten. Boggy Peak, der höchste Berg Antiguas, ist gerade einmal 402 m hoch. Auf der 23 km langen und 18 km breiten Insel wird den Gästen vor allem eines geboten: Jede Menge Strände; 365 sollen es sein.

Antigua – Ein Strandtag auf Antigua

Was tun an einem Tag auf Antigua? Wir empfehlen, die karibischen Momente zu nutzen und auf Antigua einen Strandtag einzulegen. Dafür eignen sich besonders die Strandabschnitte der Dickenson Bay oder von Jolly Beach. Beide lernten wir bei zwei Besuchen auf der Insel kennen und schätzen. Die Strandabschnitte liegen nördlich und südlich der Inselhauptstadt St. John’s. Die Entfernung zwischen ihnen beträgt gerade einmal 15 Kilometer. Die Strände sind landschaftlich reizvoll. Sie liegen beide an der geschützten karibischen Seite und zeichnen sie sich durch wenig Wellengang und kristallklares Wasser aus. Selbst an einem Tag, an dem vier Cruiser am Heritage Pier liegen, muss sich niemand über Fülle und starken Andrang an den Stränden beklagen.

In der Dickenson Bucht versorgen Strandbars und ein Restaurant die Besucher mit allem, was den kurzen Aufenthalt angenehm macht. Selbstverständlich werden Katamarane und Jetboote vermietet. Das attraktive Strand-Resort der Sandals Hotelgruppe stört überhaupt nicht.

Hinter Jolly Beach liegt eine große Appartementanlage mit Golfklub und einer Marina. Auch dieser Bereich ist für einen Tagesbesuch ideal. Die Versorgung mit Essen und Getränken ist ordentlich geregelt. Wie an der Dickenson Bay können Liegen und Sonnenschirme gemietet werden. Die Strände sind feinsandig und sehr sauber. Algen u. Ä. haben wir nicht angetroffen. Das Wasser ist traumhaft. Der Korallensand ist wunderschön. Was will man mehr?

 

 

Antigua – Landausflüge & Aktivitäten

Aus unserer Sicht ist die Insel ein ideales Badeparadies. Vor die Wahl gestellt, eine Tour zu unternehmen oder einen Strandtag zu verbringen, entscheiden wir uns auf Antigua für Sonne und Sand. Allerdings ist nicht jeder Strand gut erreichbar. Außerdem ist die Qualität der Strände sehr verschieden. Die in internationalen Reiseportalen zu diesem Thema offenbarten Meinungen sprechen eine klare Sprache.

Sollte kein Strandtag auf dem Programm stehen, bietet sich der Hauptort St. John’s für einige Entdeckungen an. Als da wären ...

... die Saint-John’s-Cathedral: Bereits vom Schiff aus sieht man die Kirche mit den beiden markanten, barocken Türmen. Zwei Vorgängerkirchen wurden durch Erdbeben zerstört. Das gegenwärtige Bauwerk hat sich bislang als stabil erwiesen. Die Kirche ist leider wegen Sanierungsarbeiten derzeit für Besucher gesperrt.

... das historische Museum of Antigua and Barbuda in der Long Street. Es ist im historischen Gerichtsgebäude von 1750 untergebracht.

Gäste, die an Freitagen und Samstagen eintreffen, könnten an den Vormittagen den lebhaften Bauernmarkt besuchen. Tropische Früchte, Gemüse und authentische Volkskunst stehen im Mittelpunkt des Marktgeschehens.

Außerhalb St. John’s könnten die folgenden Ziele angesehen werden:

Im Osten der Insel liegt Betty’s Hope. Was so hübsch klingt, war Antiguas erste und größte Zuckerrohrplantage und ein Hort der Sklaverei. Dort kann man die beiden einzigen noch existenten Zuckerrohrmühlen der Insel betrachten. Informationen über die Geschichte des Zuckers und der Plantage erhält der Besucher im Besucherzentrum.

Ein paar Festungen geben ordentliche Fotomotive ab. Allen voran ist Fort James an der Einfahrt zum Hafen von St. John’s zu nennen. Die von den Briten Anfang des 18. Jahrhunderts zum Schutz vor Piratenüberfällen erbaute Festungsanlage bietet einen guten Blick auf den Hafen. Selbst ein paar Kanonen werden noch vorgezeigt. Beim Ein- und Auslaufen passieren die Kreuzfahrtschiffe das Fort.

Im Süden der Insel liegt in einer geschützten Bucht der English Harbour. Was heute als Jachthafen daher kommt, war früher ein Marinestützpunkt. Im 18. Jahrhundert hat die Royal Navy den tropensturmsicheren Naturhafen wirkungsvoll befestigt.

Über dem English Harbour thront Shirley Heights. Dieses Ziel stellt die ehemals größte Festungsanlage der Insel dar. Die Einrichtung ist zu besichtigen. Der Ausblick ist großartig.

Gegenüber Shirley Heights liegt Nelson’s Dockyard. Zuerst war es ein britischer Marinestützpunkt. Heute sind auf dem Gelände Andenkenläden, Hotels, Restaurants und ein kleines Marinemuseum angesiedelt.

Über Nelson’s Dockyard ragt Clarence House empor. Die vormalige Sommerresidenz des Generalgouverneurs darf besichtigt werden.

Diese vier Ziele lassen sich mit dem Taxi bequem erreichen. Von St. John’s geht es zum English Harbour und den dortigen Sehenswürdigkeiten. Auf dem Rückweg geht es zuerst zurück bis zur Kirche „Our Lady of Perpetual Help“. Dort wird auf die landschaftliche schöne Strecke des „Fig Tree Drive“ abgebogen. Vorbei an Jolly Harbour geht es über die Valley Road zurück nach St. John’s.

Selbstverständlich ist es möglich, alle denkbaren Ausflüge auch an Bord der Schiffe zu buchen. Hierfür ein paar Beispiele: Mit Glass Bottom Boats entdecken, was unter der Wasseroberfläche passiert; mit Delfinen und Rochen schwimmen; eine Antigua Rainforest Canopy Tour unternehmen oder einfach nur Radfahren. Die Fantasie und die Angebote der Veranstalter sind nahezu unerschöpflich.

 

 

Antigua – Gut zu wissen

Antigua gehört im Vergleich zu anderen karibischen Orten zu den ruhigeren Destinationen. Der Heritage Quay in St. John’s Hafen bietet vier Schiffen Liegeplätze. Sollten sich tatsächlich einmal an einem Tag so viele Schiffe einfinden, verteilen sich die Gäste schnell und auf wundersame Weise.

Ein Strandtag erfordert keine organisierte Schiffstour. Allerdings ist es unerlässlich, die Strände wegen der begrenzten Aufenthaltsdauer schnell zu erreichen. In der Nähe der Schiffsanleger werden die Besucher in Empfang genommen. Meistens sind es Frauen, die die Touren mit den Minibussen anbieten. Man nennt seinen Wunsch oder fragt herum, was im Angebot ist. Nachdem man sich entschieden hat, wird man an einen der wartenden Fahrer verwiesen. Wenn alle Plätze in seinem Wagen besetzt sind geht es los. Am Ziel wird bezahlt, meistens ein einstelliger Dollarbetrag, und der Zeitpunkt für die Abholung wird vereinbart. Die Fahrer sind meistens sehr freundlich und geben während der Fahrt häufig nützliche Informationen.

Wir selbst kennen durchaus das Problem, dass der Taxifahrer nicht pünktlich oder gar nicht zur Abholung erscheint. An den gut besuchten Strandbereichen ist so etwas kein Drama. Es bietet sich in solchen Fällen immer ein Lift zurück zum Cruise Terminal. Bei Rundtouren mit dem Taxi stellt sich das Problem nicht. Der vereinbarte Preis wird entrichtet, den Rest macht der Fahrer. Übrigens, bei all unseren Taxifahrten in der Karibik haben wir noch nie einen leichtfertigen Fahrer erlebt.

Auch die Ladenzone liegt in der Nähe der Piers. In St. John’s Geschäften stößt der Gast auf wohlbekannte Marken. Sie wünschen eine noble Schweizer Uhr? Auf Antigua werden gute Offerten gemacht. Wer seine Liebste mit Smaragden beglücken möchte, wird schnell fündig. Einige spezialisierte Schmuckläden dürften das Richtige für die Dame des Herzens im Angebot haben. Vor allem in der Nevis Street sollte man suchen.

Was sollte der Besucher noch wissen? Antigua ist klimatisch begünstigt. Die Temperaturen sind gerade für Nordeuropäer recht erträglich. In den Wintermonaten pendelt das Quecksilber um 25 Celsius. In den Sommermonaten steigen die Temperaturen in Richtung 30 Celsius. Die Niederschläge halten sich im Vergleich zu manchen anderen karibischen Inseln in annehmbaren Grenzen. Sehr angenehm ist auch - übers Jahr gesehen - die relativ niedrige Luftfeuchtigkeit.

 

Antigua – Land & Leute, Fakten

Gerade einmal 443 km² ist er groß, der Inselstaat Antigua und Barbuda. Das Mini-Staatsgebilde besteht aus drei Inseln: Antigua, Barbuda und Redonda. Briten besiedelten die zu den Kleinen Antillen gehörende Inselgruppe seit dem Jahr 1632.

Nach Angaben des deutschen Auswärtigen Amts zählt das Land ca. 87.000 Einwohner. Auf Antigua allein sind 85.000 Menschen ansässig, von denen ca. 30.000 Menschen in der Hauptstadt St. John’s leben. Antiguas Fläche wird mit 281 km² angegeben. Auf das 60 km weiter nördlich liegende Barbuda entfallen 160 km ². Dort leben die restlichen 2.000 Einwohner. Die nicht einmal 2 km² große Vulkaninsel Redonda ist unbewohnt.

Der Staat Antigua und Barbuda ist eine parlamentarische Demokratie. Das Land erlangte die politische Unabhängigkeit am 1. November 1981 und ist seitdem Mitglied im Commonwealth of Nations.

Nachdem im 17. Jahrhundert britische Kolonialherren auf Antigua siedelten, machte sich die Insel einen Namen als Zuckerlieferant. Nach der Abschaffung der Sklaverei war es dann allerdings mit der Herrlichkeit vorbei. Die Insel verarmte zusehends.

In unserer Zeit sieht das anders aus. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf wird für 2011 mit etwa 15.000 Euro beziffert. Diese Marke gilt in karibischen Regionen als guter Wert. Knapp 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden im Bereich Tourismus erwirtschaftet. Keine namhafte Kreuzfahrt-Gesellschaft lässt es sich entgehen, ihre Schiffe bei Karibiktouren auch in Antigua „vorbeischauen“ zu lassen. Ganz gleich ob AIDA, Carnival, Celebrity, Costa, MSC, Princess, TUI Cruises und andere mehr, sie alle präsentieren ihren Gästen diese schöne Insel.

Weitere Einnahmen fließen dem Staatshaushalt aus dem Offshore Finanzbereich zu. Einkünfte erzielt der Inselstaat auch als Billig-Flaggenland für Hochseeschiffe.

Unser Fazit

Antigua ist ein angenehmes Tagesziel, das vor allem zum Relaxen einlädt.

 


Autor: Karl W. P. Beyer