Barbados – I’m Going to see Barbados

Karibische Inseln verbinden wir im Allgemeinen mit hoch aufragenden Vulkanbergen, üppigem Grün und tropischem Klima. Die am östlichsten Rand der „Kleinen Antillen“ zwischen St. Lucia im Norden und St. Vincent im Süden gelegene Karibikinsel Barbados besitzt keine Vulkanberge. Sie liegt auf einem riesigen Plateau aus Korallenkalk, und die höchste Erhebung der Insel misst gerade einmal 336 Meter. Der ursprüngliche tropische Regenwald existiert nicht mehr. Seit Beginn der im 17. Jahrhundert beginnenden Kolonisation wurde er gerodet, um Platz für Zuckerrohrplantagen zu schaffen.

Kreuzfahrtschiffe docken im Hafen der Inselhauptstadt Bridgetown. Im „Deep Water Harbour“ können je nach Größe vier bis sechs Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen. Wir kennen allerdings schönere Häfen im karibischen Raum. – Dagegen ist Barbados Cruise Center gut geraten. Neben den notwendigen amtlichen Einrichtungen bieten mehr als 20 Läden Begehrenswertes aus aller Welt und von der Insel. Vor dem Abfertigungsgebäude wurden Taxistandplätze und Bushaltestellen eingerichtet. Sogar für Schatten wurde teilweise gesorgt. Schön!

 

Barbados – Ein Tag auf Barbados

Barbados erstreckt sich in der Länge über circa 40 Kilometer und in der maximalen Breite über circa 30 Kilometer. Summa summarum ergibt das 430 km². Für einen Tag Liegezeit empfehlen wir eine geruhsame Besichtigung der Hauptstadt Bridgetown, die „Erkundung“ der Zollfrei-Angebote und ein Bad im Karibischen Meer. Den Rest der Insel würden wir im Verlauf eines längeren Aufenthalts entdecken wollen.

 

Barbados – Landausflüge & Aktivitäten

Barbados präsentiert sich vorwiegend als flaches Gebilde. Die höchste Erhebung der Insel, der Mount Hillaby, misst gerade einmal 336 Meter. Verschiedene Quellen nennen auch 340 Meter. An der Westküste liegen die Badestrände, im Landesinneren dominiert die Landwirtschaft und im Ostteil überwiegt die raue, felsige Küste des Atlantischen Ozeans. Wer mag, kann Barbados per Bus verlässlich und preiswert „entdecken“. Der zentrale Busbahnhof, der „Fairchild Street Terminal“, liegt circa 20 Minuten vom Cruise Terminal entfernt. Wir empfehlen Touren mit Taxen oder Minibussen. Die Fahrer agieren verlässlich; niemand läuft Gefahr, wegen Verschuldens des taxi drivers sein Schiff zu verpassen.

 

Aktivitäten in Bridgetown

Wir schlagen vor, die circa 1,5-Kilometer-Distanz zwischen Cruise Terminal und dem Zentrum von Bridgetown zu Fuß zurückzulegen. Der Weg führt am Meer entlang und ist von Palmen und Frangipani-Bäumen gesäumt. Am Ende der Bucht, dort wo der Constitution River ins Meer mündet, beginnt „The Wharf“. Der ursprüngliche „Anlegeplatz“ führt am alten Hafen entlang. Dort liegen heute Jachten, kleine Frachtschiffe und Besucher-Katamarane. The Wharf gegenüber liegen alte Speichergebäude. Ein hübscher Platz am Wasser ist das „Waterfront Café“.

Im Zentrum liegen die Chamberlain-Hubbrücke aus dem Jahr 1872, dahinter der Unabhängigkeitsbogen und die Säule mit dem National Pledge of Barbados (das Treuegelöbnis der Einwohner Barbados’ gegenüber ihrem Heimatland).

Der Brücke gegenüber liegt der National Heroes Square. Ältere Karten bezeichnen den zentralen Platz noch als „Trafalgar Square“. Der neue Name ehrt die Nationalhelden der Insel.

An diesem Platz findet man die im neugotischen Stil errichteten Parliament Buildings mit den beiden Kammern des Inselparlaments. Nicht zu übersehen ist das Lord Nelson im Jahr 1813 gewidmete Denkmal.

In einiger Entfernung steht die kleine St Michaels and all Angels Cathedral. Die im Inneren dunkle und mit viel Holz ausgestattete Kirche wurde aus Korallensteinen errichtet.

Ansonsten überwiegen in Bridgetown moderne Zweckbauten von Banken, Warenhäusern und Unternehmen. Der Besucher mag es kaum glauben, dass im Jahr 2011 die historische Altstadt von Bridgetown und das dazugehörige ehemalige Garnisonsgelände als Beispiele britischer Kolonialarchitektur von der UNESCO zum Weltkulturerbe geadelt wurden.

Die Haupteinkaufsstraße ist die Broad Street. Wer Duty-free-Läden mit Schmuck und Uhren, Designermode oder Kosmetika sucht, wird hier fündig. Preiswertere Dinge findet man dagegen zwei Blöcke weiter in der Swan Street.

Im Süden der Stadt, im Stadtteil Brittons Hill, liegt an der Dalkeith Road das BarbadosMuseum & Historical Society. Das ehemalige Militärgefängnis aus dem 19. Jahrhundert bietet Einblicke in die Naturgeschichte der Insel und informiert über die indianischen Ureinwohner. Eine Abteilung ist militärischen Erinnerungsstücken gewidmet. Eine andere zeigt Ansichten der Insel und ihre bedeutendsten Herrenhäuser.

Wer den wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt nicht so viel abgewinnen mag, verbringt vielleicht ein paar Stunden an einem der nächstgelegenen Strände. Dazu eignet sich die Carlisle Bay. Vom Parkplatz an der Pier Head Lane (hinter dem Waterfront Café) erstreckt sich bis zum Barbados Hilton Resort ein feinsandiger, weitläufiger Strand. Liegestühle und Sonnenschirme können gemietet werden.

 

Aktivitäten außerhalb Bridgetowns

Dazu gehören Schnorchelausflüge zu den Schildkröten, Katamaransegeltouren vor der Küste oder Fahrten mit geländegängigen Segways entlang der Ostküste. Die Aktivitäten sind allesamt bei Veranstaltern buchbar. Für den Transport vom und zum Cruise Terminal wird gesorgt.

Zudem werden Rundtouren über die Insel angeboten. Dabei wird unter anderem das Barbados Wildlife Reserve angesteuert. Der 15 ha große Tierpark bietet neben Flamingos, Meerkatzen und Schildkröten auch Krokodilen und Fischottern eine Heimstadt.

Wer sehen möchte, wie es vor 200 oder 300 Jahren auf einer Zuckerplantage zuging, sollte Sunbury Plantation House besuchen. Sämtliche Räume des ehemaligen Herrenhauses sind zur Besichtigung freigegeben. Im Courtyard Bar andRestaurant stärken sich die Besucher. Touren wie diese gehören zum Standardprogramm auf Kreuzfahrtschiffen. Die Plantage liegt in 18 Kilometer Entfernung östlich von Bridgetown. Mit dem Taxi ist das ein Katzensprung.

Touren zum Naturschutzgebiet Welchman Hall Gully werden ebenfalls gern auf Kreuzfahrtschiffen angeboten. Etwa in der Mitte der Insel liegt die vom Einsturz einer Kalksteinhöhle herrührende zwei Kilometer lange Schlucht. Sie weist merkwürdige Gesteinsformationen, gewaltige Bäume, Bambuswälder und eine Vielzahl exotischer Pflanzen und Blumen auf.

Ein Ziel für Gartenliebhaber sind die vom Barbados National Trust betriebenen Andromeda Botanical Gardens. Nahe Bathsheba, an der Ostküste der Insel, finden sich auf 2 ½ Hektar viele Pflanzenspezies, darunter Bougainvillea, Farne, Hibisken, Kakteen diverse Orchideenarten und Palmen.

Wir bevorzugen zum erstmaligen Kennenlernen der Insel eine 2 ½- bis 3-stündige Taxifahrt. Die führt vom Kreuzfahrthafen in nördlicher Richtung entlang der Küste. In Fitts Village wird an einem öffentlichen Strandzugang gehalten. Der Strand ist an der Stelle relativ schmal. Der Blick über das Karibische Meer ist jedoch sehr schön. Vorbei an Holetown geht es zur St. James Parish Church. Die schöne Kirche beansprucht für sich, die älteste Kirche der Insel zu sein. Die Gemeinde wurde im Jahr 1626 gegründet. Kurz hinter St. James liegt das Sugar Hill Resort. Die Taxifahrer fahren durch das Resort, um ihren Gästen die aufwendigen Behausungen der Reichen und Schönen zu zeigen. Es versteht sich, dass dabei auch die illustren Namen der Eigentümer genannt werden. An Sugar Hill schließt sich das im Parish St. Thomas gelegene Highland Adventure Centre an. Vorbei an Zuckerrohrfeldern und grasenden Kühen windet sich die Straße auf rund 300 Meter Höhe. Der Fahrer hält an einem Aussichtpunkt, einer der höchstgelegenen Flecken der Insel. Es gibt Erfrischungen, einen Shop und einen famosen Ausblick auf die entfernt liegende, vom Atlantik umspülte Ostküste. Dort oben, in unmittelbarer Nachbarschaft des Flower Forest Botanical Gardens, der Orchid World, Hunte’s Gardens und dem Welchman Gulley, lässt es sich einige Zeit gut rasten. Danach geht es zurück nach Bridgetown.

 

 

 

Barbados – Gut zu wissen

Bridgetowns Hafen verzeichnete 2013 rund 560.000 Passagiere und 309 Schiffsanläufe. Aktuellere Zahlen liegen derzeit nicht vor. Die Voraussetzungen zur gleichzeitigen Abfertigung mehrerer Kreuzfahrtschiffe an einem Tag sind gut. Das Stadtzentrum von Bridgetown ist fußläufig bequem zu erreichen. Die Region ist zur Tageszeit sicher und die Menschen sind freundlich.

Verschiedene Ausflugsziele liegen über die Insel verstreut. Außerhalb organisierter Bustouren nutzt man dazu entweder das gut ausgebaute öffentliche Bus-System, individuelle Taxen oder die Dienste örtlicher Tourveranstalter, die man leicht im Internet findet. Wer mag, kann auch ein Auto mieten. Auf Barbados wird links gefahren!

 Verboten ist es, in der Öffentlichkeit Kleidung in militärischer Tarnfarbe oder mit entsprechenden Mustern zu tragen (Tarnfleck). Diese Muster sind ausschließlich dem Militär vorbehalten.

Das Klima auf Barbados ist für Europäer erträglich. Das Quecksilber bewegt sich über das Jahr tagsüber zwischen 21 und 30 Grad. Die Zahl der Sonnenstunden liegt im Hauptreisezeitraum Januar bis Mai bei neun Stunden; zwischen Februar und Mai werden im Schnitt acht Regentage gemessen. Und die Wassertemperatur am karibischen Strand liegt nicht unter 25 Grad Celsius. Die Hurrikan-Saison dauert von Juli bis Oktober.

Die Inselwährung ist der Barbados-Dollar. Er ist an den Kurs des US-Dollars gekoppelt. Zwei Barbados-Dollar entsprechen einem US-Dollar. Dieser fungiert als Parallelwährung zur heimischen Währung.

Die Taxi-Preise auf der Insel sind amtlich festgelegt.

Namhafte Kreuzfahrt-Gesellschaften laufen Bridgetown an, darunter Carnival, Fred Olsen, Holland America, Princess Cruises, P&O Cruises, TUI Cruises.

 

 

 

 

 

Barbados – Land & Leute, Fakten

Annähernd 280.000 Einwohner lebten 2012 auf der 430 km² großen Insel. Etwa ein Drittel von ihnen wohnt in Bridgetown und den umliegenden Orten.

Das Land ist eine parlamentarische Demokratie. Staatsoberhaupt ist die englische Königin; ein Generalgouverneur vertritt sie. Die Regierungsgeschäfte leitet der Premierminister.

Vor Beginn der Kolonialisierung lebten Arawak-Indianer und Kariben auf der Insel. Portugiesen entdeckten die Insel als Erste. Auf sie folgten Spanier, die die Inselbewohner versklavten. Im Jahr 1625 übernahm England Barbados von den Portugiesen. Britische Siedler gründeten im Jahr 1628 eine erste Siedlung am Constitution River. Sie nannten sie „Bridgetown“, wohl nachdem sie eine von den Arawak-Indianern errichtete Brücke vorfanden.

Barbados erhielt 1639 mit dem House of Burgesses sein erstes Parlament. Es war zu jener Zeit das dritte Parlament im gesamten Commonwealth. Unabhängig ist Barbados seit dem 30. November 1966. Die Nationalhymne trägt die Bezeichnung „In Plenty and in Time of Need“.

Das Blau und Gold der Landes-Flagge symbolisieren das die Insel umgebende Meer und die Strände. Der mittige Dreizack steht für den Meeresgott Neptun und die Bedeutung des Meeres für Barbados.

Barbados Wirtschaft basiert einerseits auf dem Export von Zucker, Rum und Melassen; seit den frühen 1640er Jahren wurde Rohrzucker angebaut. Weitere Einnahmen werden in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Tourismus generiert. Vor der Küste wird im Offshore Bereich Erdöl gewonnen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf wird auf 13.000 US-Dollar beziffert. In karibischen Regionen gilt dieses als guter Wert. Trotz gegebener ökonomischer Probleme gilt Barbados als der wettbewerbsfähigste Staat der Karibik.

 

Unser Fazit

Barbados wird nach unserem Empfinden seinem klangvollen Namen nicht gerecht. Die vielen edlen Strand-Resorts mögen den Gästen gefallen, die einen längeren Urlaub auf der Insel verbringen. Für Gäste von Kreuzfahrtschiffen gibt es attraktivere Ziele am Karibischen Meer.


Autor: Karl W. P. Beyer