St. Lucia – Karibik pur

St. Lucia ist eine bergige Insel. Schon vom Meer aus sind die Pitons im Süden der Insel zu sehen. Die beiden erkalteten Vulkankegel sind Wahrzeichen der Insel und gehören außerdem zu den markantesten geologischen Formationen weltweit.

Die großen Kreuzfahrtschiffe legen im Allgemeinen in der Inselhauptstadt Castries an. In der weitläufigen Bucht gibt es zwei Docks, an denen mehrere Schiffe zur gleichen Zeit liegen können: Pointe Seraphine Pier in der Nähe des kleinen Flughafens und das Queen Elizabeth II Dock direkt am Ortszentrum. Die Stadt ist von Hügeln umgeben, an deren Hängen hübsche Häuser in subtropischen Gärten liegen.

Unsere Empfehlung: Eine Inseltour

Wir haben die Insel St. Lucia zweimal besucht. Die überwiegend grüne Landschaft mit den Bergen, den Regenwäldern und Plantagen sowie die Küstenlinie mit den schroffen Felsen und den schönen Stränden sind wirklich sehenswert.

Für den ersten Aufenthalt auf St. Lucia empfehlen wir eine Inseltour mit einem örtlichen Veranstalter mit den Zielen Pitons und Sulphur Springs im Süden der Insel sowie Marigot Bay auf dem Rückweg nach Castries.

Für die Touren werden Minibusse eingesetzt, die 8 – 10 Personen befördern können. Mitarbeiter der Taxi-Kooperative empfangen die Tagesgäste am Pier und erklären die Touren anhand von Landkarten. Eine Halbtagstour kostet etwa 25,00 US$ pro Kopf.

Auf dem Weg in den Süden der Insel stoppt der Fahrer immer wieder, damit die Reisenden das Panorama genießen können. Die Insel ist außerordentlich grün. Wer jetzt aber an den tropischen Regenwald denkt, wird enttäuscht sein. Der Eindruck von Grün wird durch viele Bananenplantagen hervorgerufen. Dennoch entsteht nicht der Eindruck einer langweiligen Landschaft. Unterschiedliche Palmen, Mangobäume, Büsche und Sträucher lockern das strenge und geordnete Bild der Plantagen auf.

Nach ca. 1 ½ Stunden Fahrt erreicht man einen Aussichtspunkt oberhalb von Soufrière und hat einen phantastischen Blick auf die Pitons. Der Gros Piton ist 786 Meter hoch, der Petit Piton nur 739 Meter, wobei die Angaben zur Höhe dieser erkalteten Vulkankegel je nach Quelle variieren. Die Pitons überragen alle anderen Hügel der Umgebung und sehen in der Realität noch beeindruckender aus als auf Bildern. Sie liegen im 3.000 ha großen Schutzgebiet Pitons Management Area, das je nach Höhenzone tropischen und subtropischen Regenwald und Trockenwald aufweist. Wegen dieser Artenvielfalt und der landschaftlichen Schönheit steht das Schutzgebiet auf der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes.

Nicht weit entfernt befinden sich die Schwefelquellen (Sulphur Springs) von Malgretoute, etwas hochtrabend als Drive In Vulcano bezeichnet. Das Gebiet liegt in einer Schutzzone, gegen eine geringe Gebühr darf man mit dem Fahrzeug nahe an die Schwefelquellen heranfahren. Zu Fuß geht es zu den Quellen. Man wird von Rangern begleitet, die aufpassen, dass nichts passiert, die aber auch detailliert informieren. Überall treten üble Flüssigkeiten und Dämpfe aus, es riecht überaus streng nach Schwefel. Es gibt auch noch die Überreste eines alten Badehauses aus dem Jahr 1902 zu sehen. Das abgekühlte Schwefelwasser wurde hier zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Auf dem Rückweg – etwa 20 km vor Castries - liegt Marigot Bay. Dieser wunderschöne Ort diente früher als Piratenversteck, dann als Marinestützpunkt. Im Laufe der Zeit wichen die Piraten modernen Hotels, Restaurants und Bars. Der Blick auf den malerischen Hafen mit den ankernden Jachten und die in den Hügeln oberhalb des Hafens verstreut liegenden Häuser ist traumhaft.

Der Vorteil einer Inseltour mit einem örtlichen Veranstalter ist die Gruppengröße. Bei 8 - 10 Personen können Route und Stopps individueller bestimmt werden. Wenn man Glück hat, gerät man an einen Fahrer, der gleichzeitig ein guter Reiseführer ist und der sein Land begeistert repräsentiert. Der den einen oder anderen Zwischenstopp zusätzlich einlegt, und sei es, um für Sie Zitronengras zu pflücken oder Ihnen einen Kolibri zu zeigen.

 

St. Lucia – Landausflüge & Aktivitäten

In Castries docken die Schiffe an der Pointe Seraphine neben dem kleinen Flughafen oder gegenüber am Queen Elizabeth II Dock. In beiden Fällen landet der Gast mitten im Leben von Castries.

Was sollte man sich ansehen?

Die Wahrzeichen der Insel, den Gros und den Petit Piton, zwei erkaltete Vulkankegel. Sie liegen bei Soufrière, der zweitgrößten Stadt St. Lucias. Die Berge sollen 786 und 739 Meter hoch sein. Sie sind auf dem Weg nach Soufrière und vor allem von See her gut zu sehen.

Morne Coubaril Estate. Ebenfalls in der Nähe der Quellen liegt die sehenswerte Plantage, auf der Zuckerrohr, Kakao, Kaffee und Maniok angebaut werden. Bei einer geführten Tour (7,00 US$) lernt der Gast die Produktionsabläufe kennen, kann die wieder aufgebauten Hütten der Arbeiter besichtigen oder im Restaurant kreolisches Essen probieren. In einem Laden werden Erzeugnisse der Plantage verkauft.

Fond St. Jacques. In der Nähe dieses Ortes im Süden der Insel kann man ein intaktes Regenwaldgebiet erforschen. Auch der sehr seltene St. Lucia Papagei ist hier noch zu finden.

Der Diamond Botanical Garden, nicht weit von den Schwefelquellen entfernt. Die Anlage besticht mit ihren farbenfrohen Pflanzen, einem sehenswerten Wasserfall, einem Naturpfad, Mineralbädern und dem Old Mill Restaurant.

Die Schwefelquellen (Sulphur Springs) in Malgretoute. Aus den Quellen dringt tödliches, kochendes Gemenge, Schwefeldämpfe wabern. Dazu riecht es nach faulen Eiern.

Den Naturhafen Marigot Bay, ehemals Piratenversteck und Marinestützpunkt. Der Hafen war Schauplatz mehrerer Spielfilme. Im Laufe der Zeit mussten die Piraten den Restaurants, Bars und Läden weichen. Die Wassersportangebote sind vielfältig. Marigot ist ein Ort, der von gut betuchten Individualisten bevorzugt wird.

Castries. Seit einem Brand im Jahr 1948 gibt es fast keine historischen Bauwerke mehr in der Inselhauptstadt. Die Lage des Ortes mit kleinen Buchten und den umliegenden Hügeln ist jedoch sehr hübsch. Auch den Markt am Hafen von Castries, auf dem Lebensmittel und Kunsthandwerk angeboten werden, sollte man ansehen.

Wer auf Strand nicht verzichten möchte, sollte den Tag am Reduit Beach in Gros Islet verbringen. Vom Schiff zum Strand sind es 11 km. Die Hotels am Strand nehmen gern Tagesgäste auf. Hier gilt es, dem Taxifahrer zu vertrauen.

Für Taucher und Schnorchler sind die leicht erreichbaren Korallenriffe ein Muss.

St. Lucia – Gut zu wissen

Touren kann man vor dem Welcome Centre am Pointe Seraphine Pier und am Queen Elizabeth II Dock bei den Mitarbeitern der Taxi-Kooperative buchen. Wie auch in anderen Karibikhäfen wollen die Organisatoren interessierte Fahrgäste für eine Taxitour gewinnen. Die Touren werden anhand von Fototafeln und Inselkarten erklärt. Eine Halbtagstour kostet etwa 25 US$ pro Person.

Auf den Schiffen werden natürlich diverse Touren über die Insel angeboten. Auch Angel- und Katamarantouren sowie sportliche Aktivitäten wie Tauchen, Wasser- oder Jetski fehlen selten in den Ausflugsprogrammen.

Von der Hurrikan-Saison einmal abgesehen, ist St. Lucia ein geeignetes, ganzjähriges Urlaubsziel. Die vorherrschenden Nordost-Passatwinde beeinflussen das Klima positiv. Obwohl die Region in den Tropen liegt, verhindern die Winde Schwüle und sorgen für gute Bedingungen. Die Sommerzeit erstreckt sich von Juni bis November. In dieser Zeit fallen mehr Niederschläge als im Winter. Die Lufttemperatur pendelt über das Jahr zwischen 21 bis 31 Grad Celsius. Die Wassertemperatur beträgt im Allgemeinen 26 Grad Celsius.

Gezahlt wird mit dem Ostkaribischen Dollar (EC$). Selbstverständlich werden US-Dollar überall akzeptiert. Auch die gängigen Kreditkarten finden beinahe überall Akzeptanz.

St. Lucia ist eines der schönsten Kreuzfahrtziele in der Karibik. Viele Reedereien steuern Castries an. Stellvertretend für alle nennen wir an dieser Stelle AIDA Cruises, Celebrity Cruises, Hamburg America Line, MSC Crociere, Royal Caribbean und TUI Cruises.

 

 

St. Lucia – Land & Leute, Fakten

Die Insel St. Lucia hat eine Fläche von 616 km² und die Küstenlinie ist 160 km lang. Der Mount Gimie ist mit 950 Metern Höhe die höchste Erhebung der Insel. Es hat den Anschein, dass St. Lucia viel Wald besitzt, tatsächlich ist aber nur knapp 30% der Fläche von  St. Lucia von Wäldern bedeckt.  Der Anschein von Waldreichtum wird durch die vielen Plantagen – vor allem Bananenplantagen - erweckt.

Hauptstadt und Sitz der Regierung der den Inseln über dem Winde zugeordneten Insel (kleine Antillen) ist Castries. Hier wohnen 61.000 der etwa 175.000 Einwohner des Landes. Wahlspruch: The Land, the People, the Light.

Als Christoph Kolumbus die Insel St. Lucia entdeckte, war sie von Kariben bewohnt. Danach stritten lange Zeit Franzosen und Briten um St. Lucia bis sie 1814 Britische Kronkolonie wurde. Der französische Einfluss ist jedoch bis zur heutigen Zeit überall zu spüren. Im Jahr 1979 wurde St. Lucia unabhängig. Der Staat gehört zum Staatenverbund Commonwealth of Nations. Staatsoberhaupt ist die Englische Königin. Die Krone wird derzeit durch eine Generalgouverneurin vertreten.

Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Im Dienstleistungssektor sind mehr als 50% der Bevölkerung beschäftigt. In der Landwirtschaft arbeiten ca. 21% Menschen. Angebaut werden hauptsächlich Reis, Getreide und Bananen. St. Lucia ist der größte Bananenexporteur der Staaten der der nördlichen Antillen.

Unser Fazit

St. Lucia ist Karibik pur. Vulkane, Regenwälder, leuchtendes Grün, schroffe Felsküsten und Traumstände, was will man mehr.


Autor: Karl W. P. Beyer