Cayman Islands – Karibische Steueroase

„Weicher, weißer Sand, goldene Sonne“, mit dieser klaren Botschaft locken die Cayman Islands sonnenhungrige Besucher. Wenigstens 1,7 Millionen Kreuzfahrt-Touristen besuchen jährlich die Hauptinsel Grand Cayman. Es ist ein ganz „normaler“ Tag, wenn vor Grand Cayman fünf Kreuzfahrtschiffe auf Reede liegen.

Vom Schiff aus erblickt der Gast eine flache, grüne Insel, aus der die Inselhauptstadt George Town herausragt. Sie liegt dem Schiff gegenüber und wirkt dabei wenig spektakulär. Auffällig sind einige höhere Gebäude. Sie bieten den dort ansässigen 235 Banken, den 735 Versicherungsunternehmen und den 9.000 registrierten Hedge Fonds eine standesgemäße Bleibe. Eine Hochhauskulisse muss der Gast jedoch nicht fürchten. Unter den Finanzplätzen der Welt stehen die Caymans im Ranking auf Platz fünf. Die Inseln sind eine Offshore Steueroase. Das hat die Entwicklung des Finanzplatzes stark begünstigt. Steuern wie Lohn- und Einkommensteuer, Grundsteuer, Mehrwertsteuer und andere direkte Steuerarten fehlen schlichtweg.

Und dann wäre noch der 7 Mile Beach zu nennen. Ihn sieht der Kreuzfahrer sofort, wenn er vom Schiff in Richtung Land schaut.

Das alles sind genügend Gründe, um den Kaimaninseln einen Besuch abzustatten.

Cayman Islands – Inselrundfahrt und 7 Mile Beach

Wir nehmen die Schlussfolgerung vorweg. Grand Cayman ist landschaftlich gesehen, kein sonderlich attraktives Urlaubsziel. Geboten werden viel Sonne und angenehme Temperaturen. Was tun an einem Tag auf Grand Cayman? Wir haben zwei Empfehlungen.

1. Verbinden Sie eine Inselrundfahrt mit dem Strandvergnügen am 7 Mile Beach.

Die Inselrundfahrt mit dem Bus dauert gut zwei Stunden. Dabei lernen Sie die wesentlichen Punkte der Insel kennen. Zugegeben, die „Attraktionen“ sind eher bescheiden. Uns scheint es, dass das britische Überseegebiet den Reiz der Karibik mit dem Erscheinungsbild des ländlichen Englands verbindet.

Wenn der Bus ein letztes Mal am 7 Mile Beach vor dem „Public Beach“-Zugang hält, steigen Sie mit den anderen Strandläufern und Wasserratten aus. Es gibt kaum etwas Schöneres, als längere Zeit an diesem Strandbereich entlang zu laufen und dabei das warme, saubere und kristallklare Wasser zu testen. Von der Länge, der Beschaffenheit des Strandes und der Wasserqualität ist er dem Negril Beach auf Jamaica gleichzusetzen. Über lange Abschnitte säumen Resorts den Strand. Diese stören nicht sonderlich. Wichtig ist es allerdings, den Absprung vom Strand am „richtigen“ Ort zu schaffen. Wir raten, den Strand in Höhe des Comfort Suites Hotels zu verlassen. An der Straße kann man sich ein Taxi einfangen, die Taxipreise sind fixiert, und zurück zum Kreuzfahrt-Terminal fahren.

Diejenigen, die auf das Taxi verzichten, nehmen einen ordentlichen Drink bei „Coconut Joe“. An der Straße nach George Town liegt das urige Restaurant, in dem ein würziges, süffiges lokales Bier ausschenkt wird. Wer danach auf ein Taxi verzichtet, läuft eine Dreiviertelstunde zurück zum Hafen.

2. Besuchen Sie Stingray City.

In der nordwestlichen Ecke der Insel erstreckt sich der North Sound mit einer Anzahl von Sandbänken. Das Wasser ist so flach, dass man darin bequem stehen kann. In der Vergangenheit verarbeiteten in dieser Region Fischer im Wasser ihre Fänge. Dadurch wurden die großen Rochen angelockt und angefüttert. Seitdem schwimmen mehrere Dutzend Stachelrochen im ruhigen und seichten Wasser herum und bedrängen die Besucher auf durchaus freche Weise, sie zu füttern. Wir finden, der Name Stingray City trifft den Nagel auf den Kopf. Kein Wunder, dass daraus ein Geschäftsmodell entwickelt wurde. Inmitten der freundlichen Tiere lässt es sich gut schnorcheln und schwimmen. Wem das alles zu feucht und bedrängend ist, der kann auch von Glass Bottom Booten die Rochen aus der Nähe bewundern.

Wie buchen wir eine Tour?

Nach 5 bis 10 Minuten Fahrt mit dem Tenderboot werden wir am Royal Watler Terminal abgesetzt. Dann beginnt die Qual der Wahl. Viele unabhängige Touranbieter versuchen, ihre Leistungen an die Frau und den Mann zu bringen. Die Preise sind – soweit wir es sehen konnten – einheitlich. Sobald man handelseinig ist, wird gezahlt (US$!). Danach geht es zu einem der wartenden Busse.

Was die Rundfahrt anbelangt, sie kostete im März 2012 wesentlich weniger als eine vergleichbare, an Bord des Schiffes angebotene Tour. 20 US$ wurden verlangt. Stingray City ist in der allgemeinen Rundfahrt nicht enthalten.

 

 

Cayman Islands – Landausflüge & Aktivitäten

Diejenigen, die einen Tag nur am Strand verbringen möchten, versäumen absolut nichts. Grand Caymans 7 Mile Beach ist ein ideales Badeparadies. Sollte kein Strandtag auf dem Programm stehen, regen wir an, über die folgenden Attraktionen nachzudenken...

... die Stachelrochen in Stingray City. Auf dem Kreuzfahrtschiff zahlt der Gast für zwei Stunden 47,75 US$. Die regionalen Veranstalter bieten Vergleichbares (Dauer drei Stunden) für 30 US$ an.

... die Schildkrötenfarm. Die Farm ist eine kommerzielle Einrichtung. Der Besucher bekommt dort kleine, große und sehr große Schildkröten zu sehen. Es heißt, dass 40 Prozent des Zuchtmaterials in die Freiheit entlassen werden. Der Rest landet im Suppentopf oder auf dem Teller. Das Vergnügen, Schildkröten in großer Stückzahl anzusehen, kostet 18 US$ Eintritt.

... Dolphin Discovery. Der Schildkrötenfarm gegenüber liegt das Delfinarium. Der Eintritt ist für Schaulustige frei. Man sieht den zahlenden Gästen zu, wie sie im Schwimmbecken Delfine streicheln und sich von diesen auf Boards übers Wasser bugsieren lassen.

... Jeep Wrangler-Touren. Geboten wird eine dreistündige Jeep-Tour im „Formationsflug“ zu Inselzielen. Die Tour endet am 7 Mile Beach. Den Teilnehmern werden noch zwei weitere Stunden für den Strandaufenthalt eingeräumt. Danach geht es mit dem Bus zum Royal Watler Terminal zurück. Mit z. B. 92,75 US$ wird das Bordkonto belastet.

... Helikopterflug über Grand Cayman. Die auf dem Schiff gebuchten Touren schlagen mit 155 US$ zu Buche. Dafür werden 15 bis 20 Minuten Flugzeit geboten. – Preiswerter wird es, wenn der Flug zu den Stachelrochen im Internet gebucht wird. Dafür werden 110 US$ berechnet.

... Tauchen und Schnorcheln an den Riffs.

... mit dem Kajak die variantenreichen Ökosysteme von Grand Cayman entdecken. Mangroven, seichte Seegras-Betten und Korallenriffe sind zusammengenommen eine friedvolle Angelegenheit.

... ein Scherz am Rande, von Grand Cayman kann man Postkarten aus der Hölle (The Hell)

versenden. „The Hell“ ist eine bizarre Lava-Formation.

All diese Touren lassen sich an Bord der Kreuzfahrtschiffe buchen. Buchungen vor Ort oder im Voraus über das Internet ergeben günstigere Konditionen.

Cayman Islands – Gut zu wissen

Grand Cayman ist kein Aufreger. An anderen Orten der Karibik geht es deutlich ereignisreicher zu. Fakt ist, dass man sich auf Grand Cayman überall in guten Händen und absolut sicher fühlt. Grand Cayman darf man bedenkenlos ansteuern.

Wenige Minuten vom Terminal entfernt beginnt die Geschäftszone der Stadt George Town. Ganz gleich ob es um Mode, Kameratechnik, Elektronik, Schmuck, Uhren oder Kunstgegenstände geht, in George Town kann man zu guten Preisen fündig werden.

Klima und Wetter

Obwohl in den Tropen liegend, lassen die vorherrschenden Winde die Temperaturen kühler erscheinen. Die Inseln kennen nur zwei Jahreszeiten: Winter und Sommer. Der Winter dauert von November bis Ende April. Die durchschnittliche Lufttemperatur liegt in dieser Saison tagsüber bei 26 Grad Celsius. Die Wassertemperatur ist geringfügig höher. Der Sommer reicht von Anfang Mai bis Ende Oktober. In dieser Zeit sind die Tages-Lufttemperaturen bei 30 Grad Celsius. Die Wassertemperaturen fallen etwa 1½ Grad kühler aus. In jener Zeit muss man sich aber nicht unbedingt auf den Cayman Inseln aufhalten, da sich in diesem Zeitraum bevorzugt Hurricans in der karibischen Region entwickeln. Die feuchtesten Monate sind übrigens der Mai und der Monat Oktober. Dann fallen kräftige, kurze Schauer.

Auf den Caymans wird mit dem Cayman Dollar gezahlt. Der US Dollar wird selbstverständlich akzeptiert.

Die Schiffe vieler namhafter Kreuzfahrt-Gesellschaften steuern bei ihren Karibiktouren die Cayman Inseln an. Dazu gehören u. a. Carnival, Celebrity, Holland America, NCL, Princess Cruises, Royal Caribbean und andere mehr.

 

 

 

Cayman Islands – Land & Leute, Fakten

Die drei Cayman Islands sind rund 350 km südlich von Kuba im Karibischen Meer zu finden. Die größte der Inseln, das 197 km² messende Grand Cayman, ist zugleich das Verwaltungs-, Wirtschafts- und Touristenzentrum der Inselgruppe.

Die Insel ist vorwiegend flach. Auffällig ist die seichte, ca. 80 km² umfassende North Sound Bucht. Die Wassertiefe dort beträgt maximal nicht einmal vier Meter.

Dauerhaft leben rund 50.000 Einwohner auf den in sieben Verwaltungsdistrikte gegliederten Inseln. Allein 45.000 sind es auf Grand Cayman.

Seit dem Jahr 1962 sind die Inseln britische Kronkolonie. Formell verwalten sich die Caymans selbst. Staatsoberhaupt ist die englische Königin. Die Krone wird durch einen Gouverneur vertreten.

Entdeckt wurden die Inseln per Zufall im Jahr 1503 von Christoph Columbus, als seine Schiffe vom Kurs abgetrieben wurden. Die damals die karibische Region dominierenden Spanier erkannten bereits mit dem Vertrag von Madrid (1670) die britische Hoheit über Jamaika und die Cayman Islands an. Von 1743 an wurden die Inseln durchgängig kolonialisiert.

Waren in den frühen Kolonialzeiten Schildkröten und Muscheln die vorrangigen Exportwaren,

gibt sich in unseren Zeiten niemand mehr mit solchem „Kleinvieh“ ab. Jährlich besuchen etwa 300.000 Urlauber die Insel. Dazu kommen pro Jahr rund 1,7 Millionen Besucher die mit Kreuzfahrtschiffen die Insel „heimsuchen“. George Town hat sich zu einem der wichtigsten Bankplätze weltweit entwickelt. Und als ob alles dies nicht reichte, haben sich die Caymans einen Ruf als Duty-free-Paradies geschaffen.

Unser Fazit

Grand Cayman ist ein angenehmes Tagesziel, das zu einer kurzen Inselrundfahrt einlädt. Den Rest des Tages verbringt der Gast mit einem angenehmen Aufenthalt am 7 Mile Beach oder bei den Rochen in Stingray City.

 


Autor: Karl W. P. Beyer