Martinique – Fleur des Caraïbes

Etwa 6.900 Kilometer westlich von Paris liegt im karibischen Meer die Antilleninsel Martinique, eines von fünf Übersee-Départements Frankreichs. Die karibischen Ureinwohner nannten die Insel Madinina. Das Wort stand für den Begriff „Blumeninsel“. Wohl nicht zu Unrecht beansprucht Martinique die schmückende Bezeichnung Fleur des Caraïbes.

Martinique gliedert sich in einen bergigen, tropisch-feuchten Nordteil und einen flacheren Südteil mit trockenem und beständigem Klima. Touristen besuchen diese Region vor allem wegen ihrer kilometerlangen Sandstrände.

Französische Kolonisatoren nahmen von 1635 an Martinique in Besitz. Das Land eignete sich anfangs unter Einsatz von Sklavenarbeit vorzüglich für den Anbau von Zuckerrohr. - Im Jahr 1848 wurde die Sklaverei auf der Insel abgeschafft. Seitdem werden neben Rohrzucker, Rum und Ananas hauptsächlich Bananen angebaut. Weitere bedeutende Einnahmequellen sind Handel und Tourismus.

Die im Nordwesten Martiniques gelegene ursprüngliche Inselhauptstadt Saint Pierre fiel im Jahr 1902 einem verheerenden Vulkanausbruch zum Opfer. Mehr als 30.000 Menschen sollen bei den Eruptionen des Mont Pelée ihr Leben verloren haben. Danach wurde die Stadt Fort-de-France zur Hauptstadt bestimmt. Zugleich ist sie das kommerzielle Zentrum des Départements.

 

Martinique - Martinique und Fort-de-France entdecken

Was tun an einem Tag auf Martinique?

Einem Strandtag an einem feinsandigen, karibischen Strand stehen wir grundsätzlich nicht abgeneigt gegenüber. Martiniques feine, weitläufige Strände liegen im Süden der Insel. Ein Besuch der Strände erfordert jedoch eine knapp 40 Kilometer lange Anreise. Bei eher kurzen Schiffsliegezeiten wäre das vertane Zeit.

Angezeigt ist da wohl eher ein Rundgang durch das Stadtzentrum von Fort-de-France. Im Anschluss an den Rundgang empfehlen wir, die Baie des Flamands, eine der weltweit größten Naturbuchten, mit der Personenfähre zu queren. Auf dem südlichen „Brückenkopf“ der Pointe du Bout gibt es kleinere Strände und genügend Restaurants und Bars.

 

 

Martinique– Landausflüge & Aktivitäten

Martinique und seine Hauptstadt halten allerlei Sehenswertes für Besucher bereit. Museen gibt es viele, darunter ein Bananenmuseum oder ein Museum, das sich Paul Gauguins fünfmonatigem Aufenthalt auf der Insel widmet.


Wichtige Stationen in Fort-de France sind ...

• das Museum für Archäologie mit mehr als tausend Fundstücken aus prähistorischer Zeit;

• das Museum für Geschichte und Ethnografie, dort sehen Besucher, wie im späten 19. Jahrhundert die Menschen auf der Insel wohnten und lebten;

• die Victor Schoelcher, dem Vorkämpfer für die Beendigung der Sklavenwirtschaft, gewidmete Bibliothèque Schoelcher;

• das Fort Saint Louis, einer der „historischen Orte“ Frankreichs, zugleich auch eine intakte Militärbasis; täglich werden Führungen im öffentlichen Teil des hoch über der Bucht liegenden Forts angeboten;

• die Kathedrale Saint-Louis, sie wurde wegen der latenten Gefahr von Erdbeben 1895 aus vorgefertigten Teilen in Skelettbauweise errichtet. An Sonntagen sollte zur Zeit der Morgenmesse ein Blick in die offene Kathedrale Saint-Louis geworfen werden, wenn sich Hunderte Gläubige in der Kirche versammeln.


Außerhalb von Fort-de-France könnten die folgenden Ziele besucht werden ...

• der Jardin de Balata; zehn Kilometer außerhalb der Stadt liegt eine der schönsten Gartenanlagen der Karibik. Für die Besucher wurden schattige Wege angelegt; ein Weg verläuft in Höhe der Baumwipfel;

• die im Inselsüden gelegenen Badestrände. Sie gehören zum Besten, was Martinique in dieser Hinsicht zu bieten hat. Hervorzuheben ist der Strand Grand Anse de Salines. Viel weißer Strand und Kokospalmen. In der Nähe liegt ein Salzsee und der Lava Wald Savane de Petrifications.

 

Martinique – Gut zu wissen

Sollte das Kreuzfahrtschiff in Fort-de-France ausnahmsweise nicht am Kreuzfahrtterminal Pointe Simon anlegen, hat es seinen Liegeplatz im Industriehafen. Passagiere, die es dorthin verschlägt, laufen etwa eine halbe Stunde ins Zentrum, oder sie nehmen ein Taxi; von denen gibt es genug. Vom ersten, langweiligen Teilstück einmal abgesehen, führt der Fußweg in die Stadt durch Straßen mit guter Bausubstanz, vorbei an Verwaltungs- und Repräsentationsgebäuden, wie der Prefecture, der Bibliothèque Schoelcher oder dem Palais de Justice. Speziell für ängstliche Zeitgenossen: auf diesem Weg droht niemandem Gefahr.

Sich in Fort-de-France zu verlaufen stellt ein Kunststück dar. Die Innenstadt wirkt wie am Reißbrett geplant. Das markanteste Gebäude ist die Kathedrale, deren Turm circa 60 Meter aufragt. Von dort sind es nur wenige Schritte hinüber zur Baie des Flamands.

Mit einer der regelmäßig verkehrenden Personenfähren geht es in angenehmer Fahrt hinüber zur Pointe du Bout, die mit einer Marina, hübschen Restaurants und Bars ihre Gäste empfängt. In fußläufiger Entfernung liegen die angenehmen Strände Anse Mitan und Anse D’Arlets, an denen man sich für eine oder zwei Stunden gut aufhalten kann. Die Strände sind landschaftlich reizvoll. Beide liegen an einer geschützten Bucht und zeichnen sich durch wenig Wellengang sowie kristallklares und gut temperiertes Wasser aus. Die Gegend ist mit Hotels, Appartmenthäusern und Villen bebaut. Wenn sich das Verlangen nach kreolisch-französischer Küche regt, geht man entweder in eines der Strandrestaurants oder zurück zu den Restaurants der Marina.

Was sollte der Besucher noch wissen? Martiniques Klima ist recht bekömmlich. Die Temperaturen sind für Nordeuropäer noch erträglich. Das Quecksilber pendelt das Jahr über zwischen 25und 30 Celsius. Statistisch gesehen regnet es in Abhängigkeit von der Jahreszeit an 12 bis 22 Tagen eines Monats. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt im Jahresschnitt bei 81 Prozent.

Namhafte Reedereien darunter Celebrity Cruises, Club Med, Holland America, MSC und Royal Caribbean laufen die Insel an.

Auf Martinique ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel.

 

 

 

Martinique – Land & Leute, Fakten

Fünf der 27 Regionen Frankreichs liegen in den französischen Überseegebieten. Eine dieser Regionen und zugleich ein Übersee-Département ist Martinique. Landessprachen sind Französisch, Creole und Englisch.

Die Einwohnerzahl der Insel wird offiziell mit mehr als 400.000 angegeben. Die Hauptstadt Fort-de-France zählt circa 100.000 Einwohner. In der Metropolregion um Fort-de-France herum sollen etwa 180.000 Menschen leben.

Entdeckt wurde Martinique im Jahr 1493 von Christoph Kolumbus im Verlauf seiner ersten Reise. Erst bei seiner vierten Reise betrat er den Boden der Insel. Im Jahr 1634 beanspruchte Frankreich erstmalig die Insel. Frankreich zugeschlagen wurde sie im Jahr 1674. Das hinderte jedoch die englische Krone nicht, die Insel ebenfalls für sich zu reklamieren. Erst 1815 verzichtete England auf seinen Gebietsanspruch. Im Jahr 1848 schafften die Franzosen die Sklaverei ab.

Der Urlauber auf Martinique sieht ein vermeintlich tropisches Paradies, mit viel Sonne, grünen Bergen, weißen Stränden und freundlichen Menschen. Das ist eine Seite der Medaille. Die Kehrseite zeigt eine überdurchschnittlich hohe Jugendarbeitslosigkeit, Einkommen die um 40 Prozent unter denen des Mutterlands liegen und exorbitant hohe Lebensmittelpreise. Beinahe alle Lebensmittel müssen aus Frankreich importiert werden.

Martinique lebt hauptsächlich vom Export agrarischer Produkte. Hinzu kommen Handelsaktivitäten und Dienstleistungen um den Tourismus. Aber der war in den letzten Jahren rückläufig. Vor allem US-Amerikaner blieben dem Land fern. Das gilt auch für Kreuzfahrt-Touristen. Kreuzfahrt-Aktivitäten haben gegenüber den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts stark an Bedeutung verloren. - Dabei gibt sich Martinique viel Mühe, seine Gäste auf sympathische Weise zu begrüßen. Optisch ansprechende Hostessen begrüßen die Schiffsgäste im öffentlichen Bereich und händigen ihnen Druckstücke mit praktischen Informationen inklusive Kartenmaterial aus.

 

Unser Fazit

Martinique ist ein sehr ansprechendes Tagesziel, auf dem man Neues sehen, gut essen und ausspannen kann. Wir behalten die Insel und ihre Hauptstadt als sehr „französisch“ im Gedächtnis. Gern erinnern wir die vorherrschende Sauberkeit, die für karibische Regionen auffällig ist.

 


Autor: Karl W. P. Beyer