Half Moon Cay – Ein Strandtag auf den Bahamas

Zwischen den beiden bewohnten Bahamas-Inseln Eleuthera und Cat Island liegt Little San Salvador Island. Das Kreuzfahrtunternehmen Holland America Line (HAL) kaufte im Jahr 1996 das unbewohnte und weniger als 10 Quadratkilometer große Korallen-Inselchen, entwickelte es zur Privatinsel für Kreuzfahrtgäste und benannte es in Half Moon Cay um. Seit der Übernahme der HAL durch Carnival wird die Insel auch von weiteren Carnival-Unternehmen genutzt.

Ganz allgemein mangelt es den mehr als 700 Inseln der Bahamas an Rohstoffen. Landwirtschaft ist wegen mangelnder Bewässerungssysteme sowie schlechter Böden nur eingeschränkt möglich, und der Fischfang dient ausschließlich der Selbstversorgung. Die Wirtschaft der Bahamas hängt vom Tourismus ab.

Die Umwelt ist die wertvollste touristische Ressource der Inselgruppe, die am drittgrößten Barriere-Riff der Welt liegt. Zum Schutz der Inseln und der sie umgebenden Meeresfläche wurden 22 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von mehr als 260.000 Hektar eingerichtet.

Nahezu zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung leben vom Fremdenverkehr. Eine der Stützen der bahamaischen Tourismusindustrie ist das boomende Kreuzfahrtgeschäft. Kreuzfahrten führen nach Nassau und auf mehrere von Kreuzfahrtunternehmen erschlossene Privatinseln, beispielsweise nach Half Moon Cay.

Half Moon Cay – Ein erster Eindruck

Der erste Blick vom Oberdeck eines Kreuzfahrtschiffs zeigt flaches, mit niedrigen Laubbäumen bestandenes Land und einen breiten Streifen weißen Korallensands. Durch die weite Bonefish Lagoon flitzen Jet-Skis. Hinter der Lagune setzt sich das Land fort; das Terrain steigt sogar leicht an.

Nur ein kleiner Teil der Insel wird für den Aufenthalt der Gäste und deren Aktivitäten genutzt; der Rest steht unter Naturschutz. Half Moon Cay kommt ohne Pieranlage aus; die Schiffsgäste werden mit Tenderbooten an Land befördert.

Wir besuchten Half Moon Cay im November 2016 und erlebten, dass ungefähr 4.500 Gäste zweier Kreuzfahrtschiffe sowie an Land eingesetzte Besatzungsmitglieder reibungslos in kurzer Zeit getendert wurden. Die Masse der Menschen verteilte sich diskret über die Insel; auch am Strand kam nicht das Gefühlt von Enge auf.

 

 

 

Half Moon Cay – Aktivitäten

Die Fragestellung, was es wohl auf Half Moon Cay zu sehen und zu unternehmen gibt, ist berechtigt. Nach dem Verlassen des Tenderbootes im kleinen Hafen von Half Moon Cay ist ein mächtiger Torbogen mit der Inschrift Fort San Salvador zu durchschreiten. Dahinter lädt ein „authentischer Marktplatz“ mit Souvenirgeschäften, einem Friseur, einem Kinderspielplatz und einem Sports Center zum Besuch und zum Konsumieren ein.

Nur wenige Schritte sind es bis zur „Bahamian Church“. Dort werden gegen Entgelt spirituelle Wünsche realisiert; sei es eine Trauung oder die Erneuerung des Eheversprechens.

Angebote an die Sportlichen unter den Gästen:

In der Snorkel Arena bestaunen die Gäste die Unterwasserwelt der Korallen und der bunten Fische. Die empfohlene Schnorchel-Ausrüstung gibt es zur Miete.

Das Sea-Doo Adventure beschert rasante Fahrten mit Jet-Skis durch die weitläufigen Gewässer der Bonefish Lagoon.

Wer die Landschaft der 566 Hektar großen Lagune mit dem Kajak entdecken möchte, startet dazu vom Kayak Adventure.

Half Moon Cay feierte 2016 das 20-jährige Jubiläum; seitdem sind in den Water Sports Centers neue Sunfish Segelboote, Hobie Katamarane, Wasserfahrräder und Jet Ski zu mieten.

Gäste, die sich nicht mit einer Liege am Strand zufriedengeben mögen, mieten eine private Strand-Cabana. Vom einfachen Strandhaus für maximal vier Gäste (299,95 US-Dollar) bis zur noblen Villa für bis zu zwölf Gäste (1.399,95 US-Dollar) sind unterschiedliche Häuser im Angebot. In den gehobenen Güteklassen wirken die Preise der Strandhütten schier abenteuerlich.

Uns einfachen Menschen genügt dagegen der herrliche Strand, eine bescheidene, kostenlose Strandliege, ein Schattenplatz unter einem Baum und der wunderbar warme und glasklare Atlantik. Zu den Strandaktivitäten zählen auch Spaziergänge in der Uferzone.

Restaurants & Bars:

Für das leibliche Wohl aller Gäste ist gesorgt. Das kostenlose Beach Barbecue umfasst Hamburger, Hotdogs und tropische Salate. Die Schiffsküchen bereiten die Speisen vor und bringen sie zum Verzehr an Land.

Wer es aufwändiger mag, besucht den Lobster Shack. In der Strandhütte wird frisch zubereiteter Lobster (gegen Aufpreis) serviert.

Und da wären dann noch die bereits am Vormittag gut frequentierten Bars. Sie tragen originelle Namen, wie Rumrunners Bar l I Wish I Could Stay Here Forever Bar l Bell Bar oder Captain Morgan „On the Rocks” Island Bar.

 

 

Half Moon Cay – Gut zu wissen

Half Moon Cay ist ausschließlich für einen herrlichen Strandtag und vielseitige Wassersportaktivitäten geeignet. Zu entdecken gibt es ansonsten nichts auf der Insel.

Ein Gefühl der Enge kommt an Land nicht auf.

Bemerkenswert finden wir spezielle, sandgängige Rollstühle mit extrabreiten Gummireifen die Schiffsgästen mit Mobilitätseinschränkungen angeboten werden. Auch an Wasserhähne zum Abwaschen des Sandes von den Füßen vor der Rückfahrt zum Schiff wurde gedacht.

Als Zahlungsmittel reicht an Land ausschließlich die Schiffskarte.

Die Umgangssprache auf Half Moon Cay ist Englisch.

Das Klima der Bahamas ist gemäßigt subtropisch. Die meisten Niederschläge fallen zwischen Juni und Oktober, in dieser Zeit regnet es durchschnittlich an 15 Tagen im Monat. Mit mehr als 30 °Celsius werden zugleich auch die höchsten Lufttemperaturen gemessen. Die Wassertemperatur liegt in den Sommermonaten bei 28 °Celsius.

Anstößig finden wir die Programmpunkte Stingray Adventure und Reitausflüge. Viele Menschen mögen offenbar große Stachelrochen; deshalb bringt man sie und ihre Bewunderer zusammen. - An anderen uns bekannten karibischen Destinationen werden die frei lebenden Fische durch Anfüttern angelockt, damit Besucher sie sehen und berühren können. Auf Half Moon Cay werden die Rochen dagegen in einem circa 20 mal 40 Meter großen abgezäunten Becken eingepfercht gehalten. So sollte das kostenpflichtige „Stingray Encounter“, das „Zusammentreffen mit den Rochen“, nach unserem Dafürhalten nicht aussehen.

Was Reitausflüge anbelangt, scheint es auf Half Moon Cay üblich zu sein, die Pferde bis zum Hals mit ihren häufig übergewichtigen Reitern im Meerwasser gehen zu lassen, ungeachtet dessen, dass Pferde Land- und keine Meerestiere sind.

 

 

Half Moon Cay – Land & Leute, Fakten

Christoph Kolumbus entdeckte die Inseln im Verlauf der ersten Reise im Herbst 1492.

Die Gruppe der Bahamas schließt mehr als 700 Inseln ein. Die erstrecken sich im Atlantik südöstlich von Florida und nördlich von Kuba auf einer Fläche von 650 mal 750 Kilometern..

Die Landfläche der Bahamas beträgt knapp 14.000 Quadratkilometer. Dauerhaft bewohnt sind lediglich 30 der Inseln. Obwohl im Atlantik gelegen; werden sie geografisch Mittelamerika und somit der Karibik zugeordnet

Die Bahamas sind eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth of Nations. Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II. Die ehemalige britische Kronkolonie erlangte ihre Unabhängigkeit im Jahr 1973.

Inselhauptstadt ist das auf New Providence Island gelegene Nassau. Von den circa 325.000 Einwohnern der Inseln leben 250.000 in Nassau. Die zweitgrößte Stadt ist Freeport auf Grand Bahama mit etwa 30.000 Einwohnern.

Geld/Währung

Gesetzliches Zahlungsmittel ist der Bahamaische Dollar (B$). Er ist an den Kurs des US-Dollar gekoppelt. Auf den Inseln werden beide Währungen gleichermaßen akzeptiert. – Auf der Privatinsel der Reederei erübrigt sich die Geldfrage ohnehin. Zur Deckung der beanspruchten Leistungen reicht die Schiffskarte.

Unser Fazit

Half Moon Cay ist der ideale Ort für einen entspannten Strandtag oder für vielfältige Wassersport-Aktivitäten. Die Privatinsel ist, wie nicht anders zu erwarten, bestens organisiert. Abwechslungsreiche Landschaften sucht der Gast jedoch vergebens.

 


Autor: Karl W. P. Beyer